Demonstration – Open the Borders! – 14.Mai 2016 in Wuppertal

Öffnet die Grenzen!

Samstag, 14.Mai | 14:00 Uhr | Alte Freiheit | Wuppertal-Elberfeld (Innenstadt)

w2wtal ruft zur Teilnahme an der «Open Borders»-Demo am nächsten Samstag in Wuppertal-Elberfeld auf (14.Mai, 14:00 Uhr, Alte Freiheit). Die Demonstration ist Teil eines weltweiten Aktionstages für die Rechte von Geflüchteten, sichere Reiserouten und gegen die «Festung Europa». Die Demonstration wird auch in Solidarität mit den Menschen von Aleppo stattfinden, die unter den andauernden Bombardements ihrer Stadt leiden.

Nach der kurzen Phase, in der Flüchtende willkommen geheißen wurden, waren rechte Politiker*innen und Rassist*innen mit ihren Forderungen erfolgreich, zum Normalzustand zurückzukehren. Vieles ist jetzt sogar schlimmer als vor dem «Sommer der Migration». Ihre fortgesetzten Hassreden haben dazu geführt, dass die EU-Grenzen inzwischen fast vollständig geschlossen sind: Die Europäische Union hat entschieden, dem Schicksal der Menschen, die vor Krieg und Elend fliehen, den Rücken zuzudrehen. Sie reden nun von «illegaler Einwanderung», wo vorher noch von Flucht vor Tod und Terror die Rede war. Die Rassist*innen triumphieren, die Flüchtenden leiden. Durch das Auslagern von Refugee-Camps in die Außenregionen wie Griechenland oder der Türkei ist ihr Leiden aus der Öffentlichkeit inzwischen fast verschwunden. Nur noch wenige Gruppen wie z.B. die Wuppertaler Initiative “Cars of Hope” kümmern sich um die an den Grenzen Festsitzenden. Zur gleichen Zeit werden in Deutschland zunehmend Menschen von Abschiebungen bedroht, was ebenfalls nur wenig Aufmerksamkeit auslöst, weil die Betroffenen auch hier ohne Kontakt zur Öffentlichkeit in Sonderlagern untergebracht sind.

Unsere Reaktion auf diese Entwicklungen muss eine vielfältige sein. Ebenso wie konkrete Solidarität für Menschen, die außerhalb von Mitteleuropa festsitzen oder die hier von Abschiebungen bedroht sind, sind direkte Aktionen gegen Zäune und Mauern und ein ständiger Kampf um eine Änderung des öffentlichen Diskurses notwendig. w2wtal versucht auf verschiedenen Wegen Einfluss auf die öffentliche Debatte zu nehmen. Auf der einen Seite haben wir versucht, eine politische Diskussion um die Aufnahmenbereitschaft unserer Stadt für Menschen aus Idomeni anzustoßen, auf der anderen Seite werden wir weiter versuchen, die Debatte auf die Straße zu tragen.

Deshalb haben wir – Aktivist*innen und syrische Geflüchtete von w2wtal – beschlossen, zusammen mit verschiedenen Wuppertaler Initiativen zur Demonstration am Samstag aufzurufen. Wir wollen den Druck zur Aufnahme in Griechenland gestrandeter Geflüchteter verstärken, weil mehr und mehr strukturelle und personelle Ressourcen in Deutschland ungenutzt sind und es nur einer politischen Entscheidung bedürfte, das Leiden der Familien in Idomeni zu beenden. Aber wir wollen auch auf die Ursachen dafür eingehen, warum so viele Menschen Zuflucht suchen. Dieses Thema war ein großer Aufreger in den Medien im letzten Jahr, es wurde jedoch nie ernsthaft behandelt.

Während sich die meisten EuropäerInnen an die Meldungen aus dem syrischen Krieg gewöhnt haben, ist der Krieg noch immer einer der wichtigsten Gründe, Schutz zu suchen. Und während viele erleichtert über den so genannten Waffenstillstand in Syrien waren, gingen die Kämpfe beispielsweise in Aleppo, früher die größte Stadt des Landes, unvermindert weiter. Während der letzten Wochen wurde die Lage für die noch immer in Aleppo Lebenden duch ständige Bombardierungen der Ruinen und durch direkte Angriffe auf Hospitäer und medizinische Einrichtungen sogar noch schlimmer als zuvor. Wir sind solidarisch mit den Menschen in Aleppo, die häufig Verwandte und Freund*innen unserer Freund*innen sind. Wir klagen die Gruppen und Einheiten an, die dafür verantwortlich sind – egal wer sie sind.

Doch die Verantwortlichkeit ist nicht auf aktive Kämpfer am Boden beschränkt. Wir sollten ebenso die Profiteure des Krieges anklagen. Einer der wichtigsten Kriegsgewinnler ist beispielsweise «Heckler und Koch» in Oberndorf, wo das «G32-Sturmgewehr produziert und verkauft wird, das eine der am meisten gebräuchlichen Waffen im syrischen Krieg ist. Experten schätzen, dass es mehr Menschenleben gekostet hat als Massenvernichtungswaffen. Dieser Grund für die Notwendigkeit zur Flucht ist handgemacht in Bayern und solange das akzeptiert und nicht gestoppt wird, kann die Verantwortung für die Fluchtursachen unter anderem an dieser Stelle auch mitten in der «Festung Europa» gefunden werden.

Das Profitieren vom Krieg und die Ausbeutung anderer Kontinente fortzusetzen, während gleichzeitig die Türen zum «sicheren Hafen» Europa und zu unseren überquellenden Supermärkten geschlossen werden, ist ein doppelter moralischer Zusammenbruch. Wir sollten nicht müde werden, das herauzustellen. Demonstriert mit uns am Samstag um 14:00 Uhr in Wuppertal-Elberfeld!

Öffnet die Grenzen! Stoppt die EU/Türkei-Vereinbarung!
Stoppt den Waffenhandel jetzt!

Solidarität mit den Menschen in Aleppo!

w2wtal.noblogs.org

Open the Borders!

Call for a demonstration in Wuppertal on Saturday, May 14

w2wtal calls for participation in the «Open Borders» demonstration on next Saturday in Wuppertal-Elberfeld (May 14, 14 CET, Alte Freiheit, City-Arkaden). The demonstration is part of a global day of action for the rights of refugees, safe travel-routes and against «Fortress Europe». The demonstration will also take place in solidarity with the people of Aleppo, who suffer from the ongoing bombings of their city.

After a short era of welcoming refugees, right-wing politicians and racists succeeded in turning everything back to normal. A lot of things are even worse than before the so called «summer of migration». Their continuing hatred speeches led to an almost completely «closed shop» at the EU-borders: The European Union decided to turn its back on the fault of people who try to escape from war or poverty. Now they are talking about «illegal immigration» what formerly was called an escape from death and terror. The racists triumph, the refugees suffer. By outsourcing the refugee-camps in outer areas as Greece or Turkey their suffering almost disappeared from public interest. Just a few groups, like «Cars of Hope» still care for the people who are trapped at the borders. At the same time, more and more people in Germany are threatened by deportations, which also just gains few attention, because the threatened are accommodated in special camps without contact to the public in Germany too.

Our reaction on this has to be diverse. There has to be concrete solidarity with the people who are stucked outside of Central Europe or threatened by deportations as well as direct actions against new fences and walls and ongoing fights for a change of the public discourse. w2wtal tries to take influence on the public debate in several ways. On the one hand, we try to enforce a political discussion i.e. by demanding the acceptance of refugees from Idomeni in our town, on the other side we keep trying to take the streets.

So we – activists and Syrian refugees of welcome2wuppertal – decided to call for the demonstration on Saturday, together with different groups from Wuppertal. We want to increase the pressure to accept refugees in Germany who are stranded in Greece, because there are more and more unused infrastructures and personal resources in Germany and it would just need a political decision to end the suffering of the families in Idomeni. But we also want to turn the focus on the reasons for searching refuge. This topic was a big fuzz in the media last year, but never was discussed seriously.

While most Europeans got used to the news from the Syrian war, the war still is one of the most important reasons for searching refuge. And while many people felt relieved with the news of a so called ceasefire in Syria, the fighting i.e. undiminishedly went on in Aleppo, formerly the biggest city of Syria. During the last weeks the sitution for the people who still live in Aleppo even went worse by a continous bombing of the ruins and by direct attacks on hospitals and medical care stations. We are solidary with the people in Aleppo, who often are relatives or friends of our friends. We accuse the groups and forces who are responsible for this – no matter who they are.

But the responsibility is not limited to the active fighters on the ground. We also should accuse the profiteers of war. One of the most important war-profiteers i.e. is «Heckler und Koch» in Oberndorf, where the company produces and sells the «G3» assault rifle, which is one of the most common weapons in the Syrian war. Experts believe, it costed more lifes than any weapon of mass-destruction. This reason for the need to flee is handmade in Bavaria and as long as this is accepted and not stopped, the causes to flee can be found, among other things here, right in the middle of «Fortress Europe».

To continue with profiteering of war and the exploitation of other continents while closing the doors to our «safe haven» Europe and our well-equiped supermarkets at the same time, is a doubled moral breakdown. We should not tire of pointing this out. Join our demonstration on Saturday at 14:00 CET Wuppertal-Elberfeld!

Open the Borders! Stop the EU/Turkey agreement!
Stop distribution of weapons now!

Solidarity with the people in Aleppo!

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